Yamaha XT 550 Enduro Motorrad — Baujahr 1982, restauriert
Baujahre 1982–1983 · Erste 4-Ventil-Enduro aus Japan

Yamaha XT 550

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Geschichte & Hintergrund

Von der XT 500 zur XT 550, die Evolution einer Legende

Entstehungsgeschichte

Die Yamaha XT 500 hatte seit 1976 das Segment der großen Einzylinder-Enduros geprägt, rund 61.500 Exemplare wurden weltweit verkauft, allein 25.000 davon in Deutschland. Doch Anfang der 1980er geriet der bewährte 2-Ventil-Motor unter Druck: Honda konterte mit der XL 500S und später der XL 500R, Suzuki brachte die DR 500S mit 4-Ventil-Technik, und BMW revolutionierte mit der R 80 G/S das Abenteuer-Segment. Yamaha brauchte einen technologischen Sprung. Die Antwort war die XT 550: Ein komplett neuer Motor mit 4-Ventil-Kopf, dem weltweit ersten YDIS-Doppelvergasersystem an einem Motorrad, Ausgleichswelle und elektronischer CDI-Zündung, eingebaut in einen ebenso neuen Rahmen mit Monocross-Cantilever-Federung. Die Bohrung wuchs von 87 auf 92 mm bei gleichem Hub (84 mm), was 558 ccm und 38 PS ergab. Yamaha beschrieb die XT 550 als \"den ersten Schritt in die Zukunft\" jenseits der XT 500.

Technische Meilensteine

Der SOHC-4-Ventil-Zylinderkopf bot rund 20 % mehr Ansaugfläche als das 2-Ventil-Layout der XT 500 und erzeugte durch die versetzte Anordnung der Einlasskanäle einen starken Drall im Brennraum für eine effizientere Verbrennung. Das YDIS (Yamaha Dual Intake System) arbeitete mit einem Teikei-Registervergaser: Der linke Vergaser (26 mm, seilzugbetätigt) versorgte den Motor allein bis etwa halbe Gasstellung, durch nur ein Einlassventil entstand dabei ein kraftstoffsparender Wirbeleffekt. Erst ab ca. 10 mm Schieberweg öffnete ein Gestänge die Drosselklappe des rechten Unterdruckvergasers (26 mm), der ab etwa 3.500–4.000 U/min unter Last zusätzliches Gemisch lieferte. Eine Ausgleichswelle hinter der Kurbelwelle dämpfte die Vibrationen des Einzylinders spürbar. Die CDI-Zündung und das 12-Volt-Bordnetz mit H4-Scheinwerfer ersetzten die wartungsintensive Unterbrecherzündung und das schwache 6-Volt-Netz der XT 500. Die Monocross-Cantilever-Schwinge bot 200 mm Federweg hinten, deutlich mehr als die konventionellen Doppelfederbeine des Vorgängers.

Modellvarianten

Die XT 550 wurde in zwei Modelljahren gebaut: 1982 als 5Y1 (US-Code XT550J) und 1983 als 5Y3 (US-Code XT550K). Die Unterschiede waren gering, aber relevant: Die 5Y3 erhielt eine kleine Membran am Primärvergaser, die das lästige Auspuffknallen beim Gaswegnehmen reduzierte, dazu eine Aluminiumabdeckung am Motor und einen leiseren Auspuff. Frühe 5Y1-Modelle litten zudem unter Kraftstoffversorgungsproblemen des rechten Vergasers, da dessen Hauptdüse in die Schwimmerkammer des linken Vergasers integriert war, Yamaha behob dies per Garantie. In Deutschland wurde die XT 550 überwiegend in Weiß ausgeliefert, international waren auch schwarze und rote Varianten erhältlich. Für Führerscheinneulinge gab es eine auf 27 PS gedrosselte Version, allerdings erforderte die Drosselung eine eigene Nockenwelle (180 DM) und eine modifizierte Ansaugbrücke, was mit mindestens 350 DM Aufpreis die XT 550 für Einsteiger unattraktiv machte.

Historische Einordnung

Die XT 550 war technisch ambitioniert, traf aber auf einen Markt im Umbruch. Die Honda XL 500R bot bereits eine Scheibenbremse vorn, die BMW R 80 G/S dominierte mit Paris-Dakar-Siegen und Langstrecken-tauglichkeit das Abenteuer-Segment. Die XT 550 hingegen setzte auf Trommelbremsen (160 mm vorn und hinten), hatte nur 11 Liter Tankinhalt für eine Reichweite von rund 200 km, und die markante Cantilever-Dreiecksschwinge wurde optisch als \"unfertiges Heimwerkerprojekt\" kritisiert. Dazu kam eine anfällige CDI-Einheit (Ersatz: 596 DM). In Deutschland wurden nur etwa 2.777 Exemplare verkauft. Als Yamaha bereits im Herbst 1982 die XT 600Z Ténéré vorstellte, mit dem aufgebohrten 550er-Motor, 30-Liter-Tank und Scheibenbremse, war das Schicksal der XT 550 besiegelt. Sie bleibt als technischer Wegbereiter der überaus erfolgreichen XT-600-Baureihe in Erinnerung und ist heute mit nur noch rund 424 zugelassenen Exemplaren in Deutschland eine der seltensten japanischen Enduros überhaupt.

Zeitleiste

1976

Yamaha XT 500

Die Legende beginnt: Yamahas erste große Einzylinder-Enduro (Modell 1E6) kommt im Sommer auf den europäischen Markt und begründet eine Ära. Der luftgekühlte 2-Ventil-Einzylinder mit 499 ccm wird zum Inbegriff der großen Enduro.

1979

Paris-Dakar Triumph

Cyril Neveu gewinnt auf einer XT 500 die erste Paris-Dakar-Rallye. 1980 wiederholt er den Triumph, XT-500-Fahrer belegen die Plätze 1 bis 4, und 11 von 25 Finishern fahren XT 500. Gleichzeitig bringt Honda mit der XL 500S einen direkten Konkurrenten.

1980

Die Wende

BMW präsentiert im Mai die R 80 G/S, das erste große Multisport-Motorrad. Hubert Auriol gewinnt damit 1981 die Paris-Dakar und bricht Yamahas Dominanz. Der Wettbewerbsdruck auf den alternden 2-Ventil-Motor der XT 500 wächst. Yamaha beginnt die Entwicklung eines 4-Ventil-Nachfolgers.

1982

XT 550 Markteinführung

Die XT 550 (5Y1) erscheint mit einer Fülle an Innovationen: 4-Ventil-Zylinderkopf, das weltweit erste YDIS-Doppelvergasersystem an einem Motorrad, Ausgleichswelle, CDI-Zündung, 12-Volt-Bordnetz und Monocross-Cantilever-Hinterradfederung. Mit 558 ccm und 38 PS setzt sie technische Maßstäbe.

1982

Rennsporterfolge

Eddy Hau gewinnt auf einer auf 660 ccm aufgebohrten XT 550 die Enduro-Europameisterschaft, gegen die favorisierten KTM. Bei der Paris-Dakar führen beide Werks-XT-550 von Sonauto bis zum vorletzten Tag, bevor Mingels mit 1:20 Stunden Vorsprung stürzt.

1983

Modellpflege 5Y3

Die überarbeitete 5Y3 erhält eine Membran am Primärvergaser gegen Auspuffknallen beim Gaswegnehmen, eine Aluminiumabdeckung am Motor und einen leiseren Auspuff. Doch im Herbst 1982 wurde bereits die XT 600Z Ténéré vorgestellt, mit dem aufgebohrten 550er-Motor.

1984

Ablösung durch XT 600

Die Standard-XT 600 kommt auf den Markt und ersetzt die XT 550 endgültig. Mit gleichem Hub (84 mm), aber 95 mm Bohrung (595 ccm), Scheibenbremse vorn und größerem Tank behebt sie alle Schwächen der 550. Die XT 600 wird bis 2003 gebaut, die XT 550 bleibt nach nur zwei Produktionsjahren als seltene Übergangsmaschine in der Geschichte zurück.

Technische Daten

Alle Spezifikationen der XT 550 auf einen Blick

MotortypEinzylinder, 4-Takt, luftgekühlt, SOHC, 4 Ventile
Hubraum558 cm³
Bohrung × Hub92 × 84 mm
Verdichtung8,5 : 1
Leistung38 PS (28 kW) bei 6.500 U/min
Drehmoment44 Nm bei 5.000 U/min
Ventile4 (SOHC, Kipphebel, Einstellschraube mit Kontermutter)
GemischaufbereitungYDIS Registervergaser (2× Teikei, 26 mm)
ZündungCDI (kapazitive Entladungszündung)
StarterKickstarter mit automatischer Dekompression
MotorölSAE 20W-40 (Sommer) / 10W-30 (Winter), 1,9 L (mit Filter) / 2,2 L gesamt

Modellvergleich

XT 500XT 550XT 600
Baujahre1976–19891982–19831984–2003
Hubraum499 cm³558 cm³595 cm³
Bohrung × Hub87 × 84 mm92 × 84 mm95 × 84 mm
Leistung27–32 PS38 PS43–45 PS
Ventile2 (SOHC)4 (SOHC)4 (SOHC)
ZündungKontaktCDICDI
StarterKickKickE-Start + Kick
Bremse vorneTrommelTrommelScheibe
Trockengewicht140 kg134 kg137–155 kg
BesonderheitDie LegendeYDIS-SystemTénéré / E-Starter

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Galerie

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Häufige Fragen

Die wichtigsten Fragen rund um die Yamaha XT 550